Herbstzeit, Erkältungszeit: Was Männer ab 50 wissen sollten

Kaum färben sich die Blätter bunt und die Temperaturen sinken, kündigen sich die ersten Schniefnasen und Halskratzer an. Herbstzeit ist eben auch Erkältungszeit. Vor allem wir, die wir die 50 bereits hinter uns gelassen haben, spüren die kühleren Tage oft besonders. Doch warum ist das so und wie können wir uns am besten schützen? In diesem Artikel gehen wir diesen Fragen auf den Grund, bieten dir wertvolle Tipps und zeigen, wie du fit durch den Herbst kommst.

Warum sind Männer ab 50 anfälliger für Erkältungen?

Mit den Jahren verändert sich unser Immunsystem. Es ist nicht unbedingt schwächer, aber es reagiert anders. Dazu kommen oft auch Vorerkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen können. Der Stoffwechsel verlangsamt sich und die Erholungsphasen dauern länger. Das bedeutet, dass Viren leichteres Spiel haben und der Körper mehr Zeit braucht, um sie wieder loszuwerden.

Vorbeugen ist besser als heilen

Jedes Jahr, wenn die Erkältungs- und Grippesaison ihren Anfang nimmt, wünschen sich viele, besser gewappnet zu sein. Du fragst dich sicherlich auch, was du tun kannst, um nicht bei jeder kleinen Erkältung flachzuliegen? Mit der richtigen Strategie und ein paar bewährten Tipps ist es möglich, den kälteren Monaten gesund und fit zu begegnen.

Stärke dein Immunsystem

Unser Immunsystem ist die erste Verteidigungslinie gegen Krankheitserreger wie Viren und Bakterien. Wenn es gut funktioniert, können wir vielen Erkrankungen widerstehen oder uns schneller erholen. Hier sind einige konkrete Schritte, wie du dein Immunsystem stärken kannst:

  • Bewegung an der frischen Luft: Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung, was wiederum die Verteilung von Immunzellen im ganzen Körper unterstützt. Außerdem kann Sport die Produktion von Endorphinen (Glückshormonen) ankurbeln, was das allgemeine Wohlbefinden steigert. Frische Luft hingegen sorgt dafür, dass du mehr Sauerstoff aufnimmst, was insgesamt die Körper- und Gehirnfunktionen unterstützt.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine Diät reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten und mageren Proteinen versorgt den Körper mit den notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen, die er benötigt, um optimal zu funktionieren. Insbesondere Vitamin C (in Zitrusfrüchten und Beeren), Vitamin E (in Nüssen und Samen) und Zink (in Fleisch und Meeresfrüchten) sind für die Immunfunktion wichtig.
  • Genügend Schlaf: Während des Schlafs regeneriert und repariert sich der Körper. Ein Mangel an Schlaf kann das Immunsystem schwächen und dich anfälliger für Infektionen machen. Männer über 50 sollten bestrebt sein, jede Nacht 7-8 Stunden qualitativ hochwertigen Schlaf zu bekommen.
  • Vermeiden von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum: Beides kann das Immunsystem beeinträchtigen und sollte vermieden oder zumindest eingeschränkt werden.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Es gibt einige Nahrungsergänzungsmittel, die behaupten, die Immunfunktion zu unterstützen. Es ist jedoch wichtig, vor der Einnahme einen Arzt zu konsultieren, besonders wenn man bereits Medikamente einnimmt.

Hände waschen

Das regelmäßige und gründliche Waschen der Hände ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Viren und Bakterien können leicht durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen, Gegenständen oder Personen auf unsere Hände gelangen. Von dort aus ist es nur ein kleiner Schritt, bis sie in unseren Mund, unsere Nase oder unsere Augen gelangen und eine Infektion verursachen. Hier sind einige Hinweise und Tipps für eine effektive Handhygiene:

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  • Richtige Technik: Beim Händewaschen sollte nicht nur flüchtig Wasser über die Hände laufen gelassen werden. Verwende Seife und reibe die Hände mindestens 20 Sekunden lang aneinander. Denke daran, alle Teile deiner Hände zu waschen, einschließlich der Fingerzwischenräume, unter den Fingernägeln und auch die Handgelenke.
  • Wann waschen?: Es ist besonders wichtig, die Hände vor dem Essen, nach dem Toilettengang, nach dem Niesen oder Husten, nach dem Kontakt mit Tieren und immer dann zu waschen, wenn sie sichtbar schmutzig sind. In Zeiten hoher Infektionsgefahr, wie während einer Grippewelle, kann es auch sinnvoll sein, die Hände häufiger zu waschen.
  • Verwende Handdesinfektionsmittel: Wenn Seife und Wasser nicht verfügbar sind, kann ein Handdesinfektionsmittel mit mindestens 60% Alkohol eine gute Alternative sein. Beachte jedoch, dass Desinfektionsmittel nicht alle Arten von Keimen entfernen und nicht so effektiv sind, wenn die Hände sichtbar schmutzig oder fettig sind.
  • Vermeide Berührungen: Versuche, so wenig wie möglich Gesicht, Mund, Nase und Augen mit ungewaschenen Händen zu berühren. Dies verringert das Risiko, dass Krankheitserreger in deinen Körper eindringen.
  • Bewusstsein schaffen: Erinnere deine Familienmitglieder, Freunde und Kollegen daran, wie wichtig das Händewaschen ist. Ein gemeinsames Bewusstsein für Hygiene kann helfen, die Verbreitung von Krankheiten in deiner Umgebung zu reduzieren.

Flüssigkeitsaufnahme

Wasser ist für unseren Körper von essenzieller Bedeutung. Es unterstützt nicht nur die zelluläre Funktion und den Stoffwechsel, sondern hilft auch, Toxine auszuscheiden und sorgt dafür, dass unsere Organe, einschließlich unserer Haut, richtig funktionieren. Gerade in Zeiten, in denen das Immunsystem gefordert ist, kann eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr einen Unterschied machen. Hier sind einige Dinge, die du über die Flüssigkeitsaufnahme wissen solltest:

  • Menge: Ein allgemeiner Richtwert ist, täglich etwa 2-2,5 Liter Wasser zu trinken. Aber je nach Körpergröße, Aktivitätsniveau und klimatischen Bedingungen kann dieser Bedarf variieren. Es ist wichtig, auf die Signale deines Körpers zu hören. Ein Anzeichen dafür, dass du genug trinkst, ist z. B. eine hellgelbe Urinfarbe.
  • Art der Getränke: Wasser ist die beste Flüssigkeitsquelle. Aber auch ungesüßte Tees können helfen, den Flüssigkeitsbedarf zu decken und haben oft zusätzliche gesundheitliche Vorteile. Zum Beispiel können Kamillen- oder Ingwertees bei Halsschmerzen beruhigend wirken.
  • Vorsicht bei Koffein und Alkohol: Beide können den Körper dehydrieren. Wenn du koffeinhaltige Getränke oder Alkohol konsumierst, versuche, zusätzlich Wasser zu trinken, um einen Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Suppen und Brühen: Nicht nur Getränke tragen zur Flüssigkeitsaufnahme bei. Warme Suppen und Brühen können nicht nur den Flüssigkeitshaushalt unterstützen, sondern auch wohltuend sein, wenn du dich unwohl fühlst.
  • Vorteile bei Erkältung: Bei Erkältungssymptomen, insbesondere bei Fieber, Husten oder Schnupfen, verliert der Körper mehr Flüssigkeit. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft, die Schleimhäute feucht zu halten, was wiederum dazu beiträgt, Viren und Bakterien abzuwehren. Außerdem unterstützt es die Nieren dabei, Abfallprodukte aus dem Körper zu entfernen.

Stressreduktion

Stress, sei er physisch oder psychisch, kann erhebliche Auswirkungen auf unser allgemeines Wohlbefinden und insbesondere auf unser Immunsystem haben. Bei anhaltendem Stress werden Stresshormone wie Cortisol freigesetzt, die bei langfristiger Exposition das Immunsystem schwächen und den Körper anfälliger für Infektionen machen können. Für Männer jenseits der 50, die möglicherweise in der Hochphase ihrer beruflichen Karriere sind oder sich mit dem Übergang in den Ruhestand auseinandersetzen, können solche Stressoren besonders ausgeprägt sein. Hier einige Tipps zur Stressreduktion:

  • Achtsamkeitspraxis: Techniken wie Meditation, Tiefenatmung und Achtsamkeitsübungen können helfen, den Geist zu beruhigen und die Reaktion des Körpers auf Stress zu modulieren. Es gibt viele geführte Meditationen und Apps, die speziell für Anfänger entwickelt wurden.
  • Bewegung: Körperliche Aktivität, sei es ein Spaziergang im Freien, Yoga oder ein Training im Fitnessstudio, kann die Produktion von Endorphinen anregen, die als “Glückshormone” bekannt sind. Diese Hormone können helfen, Stresshormone auszugleichen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
  • Pausen einlegen: Wenn du arbeitest oder ständig in Bewegung bist, vergiss nicht, regelmäßige Pausen einzulegen. Selbst ein kurzer Moment der Entspannung oder eine kurze Ablenkung kann Wunder wirken.
  • Hobbies und Interessen nachgehen: Das Eintauchen in ein geliebtes Hobby oder das Lernen einer neuen Fähigkeit kann eine großartige Möglichkeit sein, den Geist zu beruhigen und sich von täglichen Stressfaktoren abzulenken.
  • Soziale Verbindungen: Das Pflegen von Beziehungen und das regelmäßige Treffen mit Familie und Freunden können emotionale Unterstützung bieten und dazu beitragen, das Gefühl der Isolation oder Überwältigung zu verringern.
  • Berufliche Beratung: Wenn der Stress überwältigend wird oder durch bestimmte Lebensereignisse verursacht wird, kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ein Therapeut oder Berater kann Techniken und Perspektiven bieten, um mit Stress umzugehen.
  • Schlaf: Eine gute Nachtruhe sollte nicht unterschätzt werden. Schlaf hilft dem Körper und dem Geist, sich zu erholen und zu regenerieren. Versuche, eine konsequente Schlafenszeit einzuhalten und eine Schlafumgebung zu schaffen, die zur Entspannung beiträgt.

Impfungen

Impfungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Präventionsmaßnahmen gegen viele Krankheiten. Sie trainieren unser Immunsystem, um auf spezifische Krankheitserreger zu reagieren, indem sie dem Körper eine abgeschwächte oder inaktive Form des Erregers vorstellen. Besonders für Männer über 50, deren Immunsystem sich im Laufe der Jahre verändert, können Impfungen einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor schwerwiegenden Krankheiten leisten. Hier einige Punkte zur Bedeutung von Impfungen und deren Überlegungen:

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  • Grippeimpfung: Die saisonale Grippe kann für ältere Erwachsene besonders gefährlich sein. Die jährliche Grippeimpfung wird daher für diese Altersgruppe dringend empfohlen, um schweren Krankheitsverläufen und Komplikationen vorzubeugen.
  • Pneumokokken-Impfung: Diese Impfung schützt vor bestimmten Typen des Bakteriums Streptococcus pneumoniae, das Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und andere Erkrankungen verursachen kann. Es wird besonders für Personen über 50 und solche mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen.
  • Herpes Zoster (Gürtelrose) Impfung: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, einer schmerzhaften Hauterkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird – dasselbe Virus, das Windpocken verursacht.
  • Auffrischimpfungen: Abgesehen von altersspezifischen Impfungen ist es auch wichtig, sicherzustellen, dass alle Standardimpfungen auf dem neuesten Stand sind, wie z.B. Tetanus und Diphtherie.
  • Beratung und Individualität: Es ist essenziell, mit einem Arzt oder Gesundheitsdienstleister über den eigenen Impfstatus und -bedarf zu sprechen. Jeder Mensch hat unterschiedliche gesundheitliche Voraussetzungen, Lebensgewohnheiten und Risikofaktoren, die die Entscheidung für oder gegen bestimmte Impfungen beeinflussen können.
  • Reiseimpfungen: Wenn Reisen geplant sind, insbesondere in Regionen mit spezifischen Gesundheitsrisiken, sollten vorab notwendige Impfungen und Prophylaxe-Maßnahmen mit einem Arzt besprochen werden.
Waffen gegen die Erkältung: Obst und Gemüse liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Foto: 60.783
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Was tun, wenn es dich doch erwischt?

Es ist nicht immer möglich, einer Erkältung oder Grippe zu entkommen. Stellen sich Krankheitssymptome ein, ist es wichtig, angemessen darauf zu reagieren. Dadurch lässt sich die Dauer der Krankheit häufig verkürzen.

Hier sind einige Maßnahmen, die du ergreifen solltest:

  • Gönn dir Ruhe und Erholung: Dein Körper braucht jetzt Energie, um gegen die Krankheitserreger zu kämpfen. Gib ihm die benötigte Unterstützung, indem du dich ausruhst und so viel wie möglich schläfst.
  • Bleib hydratisiert: Trinke ausreichend Flüssigkeit, wie Wasser, Kräutertees oder Brühen. Dies hilft, den Körper zu hydratisieren und Toxine auszuspülen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse liefert deinem Körper die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe, um schnell wieder auf die Beine zu kommen.
  • Medikamente: Symptome wie Fieber, Schmerzen oder Husten lassen sich mit freiverkäuflichen Mitteln lindern. Lass dich vor der Einnahme vom Arzt oder Apotheker deines Vertrauens beraten.
  • Wärme: Warme Getränke, ein heißes Bad oder eine warme Dusche helfen bei Symptomen wie Halsschmerzen und Muskelschmerzen.
  • Dampf: Die Inhalation mit Eukalyptus, Minze oder Meersalz kann deine verstopfte Nase befreien.
  • Vermeide Alkohol und Koffein: Beide können den Körper dehydrieren und den Heilungsprozess beeinträchtigen.
  • Suche medizinische Hilfe, wenn nötig: Wenn die Symptome schwerwiegend sind oder länger als eine Woche andauern, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.
  • Isolierung: Wenn du krank bist, versuche, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben, um die Verbreitung des Krankheitserregers zu verhindern. Dies schützt nicht nur andere, sondern gibt dir auch die Möglichkeit, dich schneller zu erholen.
  • Mentale Gesundheit: Es ist wichtig zu akzeptieren, dass du krank bist und dass dein Körper Zeit zur Heilung braucht. Stress oder Sorgen können den Genesungsprozess verlangsamen.

Wenn du krank wirst, erinnere dich daran, dass es in Ordnung ist, sich auszuruhen und Hilfe zu suchen. Die richtige Pflege zu Beginn der Krankheit kann oft helfen, die Dauer und Schwere der Erkrankung zu verringern.

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